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Diskussion um Weihnachtsfeier im Café Rios: Stadtverwaltung entfernt sich immer weiter von Celler Jugend

Zur Posse um die Weihnachtsfeier am und im ehemaligen Café Rios nehmen die Jusos Celle wie folgt Stellung:

Wer den Umgang der Stadt Celle mit ihrer Jugend kritisiert, der erhält oft die Antwort, der Oberbürgermeister hätte doch extra einen Jugendbeirat gegründet, damit die Stimme der Jugend auch in Celle gehört wird. Schaut man jedoch genauer hinter die Kulissen, zeichnet sich ab, dass den Verwaltungschefs wenig am Stadtnachwuchs liegt: Der Jugendbeirat erweckt lediglich den Anschein politischer Partizipation, hat de facto jedoch keinen Einfluss auf die Stadtpolitik. Die Jugendhilfe wurde -weil zu teuer- abgegeben und steht ab dem 01. Januar 2019 nicht mehr im Gestaltungseinfluss der Stadt Celle, ein wichtiger Sportplatz für Jugend- und Schulsport musste einem Wohnmobilstellplatz weichen. Und dazu noch der Umgang mit dem Rios: Zu Gunsten eines Straßenausbaus wurde die Kult-Jugendkneipe geschlossen und dann bislang doch noch nicht abgerissen. Wer in Celle jung ist und unter Leute will, hat seinen wichtigsten Anlaufpunkt verloren.

Wie die Stadt nun auf die spontane Weihnachtsfeier vor und in dem ehemaligen Rios-Gebäude über Facebook reagiert, überrascht die Celler Jusos kaum, sondern passt ins Bild: „Es wird kein Interesse gezeigt, eine Verständigung oder gemeinsame Fortschritte zu erzielen. Stattdessen werden Jugendliche und jung Gebliebene, die bei der Rios-Feier dabei waren, als „Chaoten“ bezeichnet. Die Stadt Celle wäre gut damit gefahren, den defizitären Blick einmal abzulegen und einen Schritt auf die „Chaoten“ zuzugehen. Mit einem Aufruf zum gemeinsamen Aufräumen zum Beispiel hätte man Distanz abbauen und ins Gespräch kommen können.“, so Yannick Tahn, Vorsitzender der Celler Jusos. „Herr Dr. Nigge hat darüber hinaus die Chance vertan, seine oft gepredigten Prinzipien der Bürgerfreundlichkeit und der digitalen Verwaltung (also auch die Bürgerfreundlichkeit im Netz) unter Beweis zu stellen. Geschickte Kommunikation sieht anders aus!“, führt der Juso-Vorsitzende aus.

Was bleibt ist ein sehr bitterer Beigeschmack. Und das obwohl es auch anders hätte laufen können, wenn beispielsweise die Verhältnismäßigkeiten anders bedacht worden wären. „Die Stadt hätte sicherlich gut daran getan, im Voraus abzuwägen, ob es die Sachbeschädigungen in einem (vor dem Abriss stehenden) Gebäude wirklich wert sind, sich weitere Schritte von der eigenen Jugend zu entfernen – und sich nebenbei mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit vor anderen Celler*innen und Nicht-Celler*innen zu blamieren.“, schließt die stellvertretende Juso-Vorsitzende Sabrina Stieber.